Schmied von Kochel SENDLINGER KULTURSCHMIEDE EV Daiserstr. 22 81371 München

Stemmer-Hof + Alte Sendlinger Kirche

SENDLINGER DORFKERN

- Ein Beitrag zur bewahrenden Entwicklung -

Fotodokumentation von WERNER RESCH

vom19. Mai 1998Mo - Fr18 - 20 Uhr
bis10. Juni 1998

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 19. Mai 19 Uhr

Fr15.0520:00 * spiel * spass * spannung *
Tatort: Kulturschmiede
Spieleabend für Kinder & Erwachsene mit alten und neuen Gesellschaftsspielen
Di19.0519:00 SENDLINGER DORFKERN
Ausstellungseröffnung
"... das Bewußtsein zu fördern, in einem traditionsreichen Stadtteil zu leben, für dessen Erhaltung und Entwicklung es sich einzusetzen lohnt." Mit diesem Satzungsziel hat die SENDLINGER KULTURSCHMIEDE vor nunmehr 20 Jahren ihre stadtteil-kulturelle Arbeit aufgenommen und dabei angeknüpft an die BÜRGERINITIATIVE SENDLINGER BERG, die Anfang/Mitte der 70er Jahre zur " Schlacht um den Sendlinger Berg" aufgerufen hatte, als es darum ging, die B12-Planung durch unser Viertel bis zum Sendlinger Tor (!) zu verhindern, den Dorfkern, den "Stemmer-Bauernhof" und seine Wiesen, den Tannen-garten und die historische Straßen- und Wegeführung zu erhalten sowie auf die maßstäbliche Entwicklung der unmittel-baren, ensemble- und einzeldenkmalgeschützten Umgebung zu achten.
Das Bundesbaugesetz war novelliert und ermöglichte erstmals Bürgerbeteiligung am Bebauungsplanverfahren: den Sendlingern und ihrer BÜRGERINITIATIVE war's ernst mit der BÜRGERPLANUNG; aktive Unterstützung erfuhren sie auch von seiten des BEZIRKSAUSSCHUSSES.
Nachdem der Stadtrat sich von der "autogerechten Stadt" und der B12-Planung verabschiedet hatte, galt es nun sich dem Luxuswohnungsbau mit seinen zu erwartenden Strukturveränderungen für die Umgebung zu widersetzen, letzte innerstädtische Natur- und Landschaftsreste sowie vor allem unversiegelte Flächen zu verteidigen.
Hier sollten die Ziele der DORFKERNSTUDIE des Planungsreferats zur Hilfe kommen: "arrondierende Siedlungstätigkeiten sichern, traditionell ansässige Bevölkerung ... im angestammten Wohnbereich zu halten ... kleinteilige Nutzungs-mischung, Funktionsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe, Freiflächen sowie die lokalen bürgerschaftlichen Initiativen (Kultur und Brauchtum) zu stützen und zu bewahren ... Dorfcharakteristik durch Verkehrsberuhigung, Sanierung und Verbesserung der Grünausstattung zu erhalten und zu fördern ..."
Gerade mal 100 Jahre war Sendling 1977 in die Haupt- und Residenzstadt eingemeindet: auch deshalb waren Funktion, Eigenständigkeit und Identität der Dorfkerne stark in der öffentlichen Diskussion. Unmaßstäbliche Planungen und weit-reichende Stadtzerstörungen der 60/70er Jahre führten nun zur Rückbesinnung und Orientierung an gebauten Qualitäten der Vergangenheit.
Und HEUTE nach über 20 Jahren, sind die in Teilen bewahrten Qualitäten noch immer - oder immer wieder Objekt von investiven Interessen und deshalb Anlaß genug, WACHSAM hinzuschauen ... WAS VOM DORFKERN ÜBRIGBLIEB, WIE es um die Umsetzung damaliger Ziele bestellt ist, WELCHE Nutzungen dabei helfen würden, den Maßstab und unverzichtbare Elemente als erkennbare Zitate unverfälscht zu übernehmen.
Nicht die nostalgische Kulisse, das kunstgewerblich-konservierte Freilichtmuseum, die vorgetäuschte Idylle, das entfremdete Alibi und das schnelle Geld mit der Neon-Disco im Bauernhof wird der denkmalgeschützen Hofanlage dauerhaft zur LEBENDIGEN NUTZUNG verhelfen.

Die Dokumentation von WERNER RESCH soll anregen
  • zum Spaziergang im Dorfkern, um die "Stemmer-Wiesen" zur Entdeckung von Maßstab und Qualität;
  • zur Wahrnehmung der Dachlandschaft;
  • zur Betrachtung der Kastanie ... vor der geschlossen roten Ziegeldachfläche ... im Hintergrund den Turm der alten Sendlinger Kirche;
  • zum Nachdenken über Nutzung des "Stemmer-Hofes" unter Beibehaltung seiner Grundstruktur;

- denn: WER WILL, DASS ES BLEIBT, WIE ES IST - WILL NICHT, DASS ES BLEIBT

Diese Ausstellung ist auch ein Beitrag zur VORFREUDE auf unsere JUBILÄUMSAUSSTELLUNG:

20 JAHRE SENDLINGER KULTURSCHMIEDE
- Dokumentierte Erinnerungen -
Recherche & Gestaltung: CHRISTINE THALER

Eröffnung: Donnerstag 18. Juni 19 Uhr
Musik: "Müller & Frey & Haglstein"

... und hier verraten wir schon ein Highlight aus unserem Jubelprogramm -
SCHADE - DAß SIE NUR ZWEI OHREN HABEN:
Sa20.0616-23 Festkonzert am Sendlinger Kirchplatz
mit Interpreten, Ingrid Westermeir & Beth Gahbler, Gari Gari, Fraunhofer Saitenmusik, BavaRio


Diese Seite wurde am 08.05.1998 erstellt von